Über Kulturindustrie als reproduzierender Faktor der gesellschaftlichen Verhältnisse
Theodor W. Adorno und Max Horkheimer formulierten während des zweiten Weltkriegs im amerikanischen Exil den Text “Kulturindustrie – Aufklärung als Massenbetrug”; ein Kapitel der “Dialektik der Aufklärung”, die 1944 veröffentlicht wurde. Die Autoren unterstellen darin Medien wie Radio und Fernsehen ebenso wie der Kunst, vollständig von kapitalistischen Strukturen korrumpiert zu sein. Kulturgüter sind Waren, die es zu verkaufen gilt. Nicht die Qualität, sondern die Effizienz des Angebots steht im Vordergrund. Neuerungen im Angebot dienen dabei lediglich der Verbesserung der Massenproduktion und der Profitmaximierung. Damit niemand ausweichen kann ist für alle etwas vorgesehen. Jede/r soll sich für das Produkt entscheiden, das passend zu Interessenlage und Bildungsniveau produziert wurde. Auf diese Weise wird das gesellschaftliche System fortwährend reproduziert. Anstelle von Aufklärung tritt Massenbetrug und die Bekämpfung des denkenden Subjekts.
Der Vortrag zu diesem Thema unternimmt den Versuch neben einer kurzen Rekonstruktion die Theorie auf die heutige Situation zu transformieren. Im Anschluss kann über die Theorie und die vorgestellten Thesen diskutiert werden.
Den Vorbereitungstext zu dieser Sitzung findet ihr hier!